Schneesturm im Skihirn

Seit ich vor zwei Jahren mit Skitourengehen begonnen habe, erlebe ich mein fahrtechnisches Können in neuen Dimensionen. Mein ganz passables Pistenskifahren setzt sich verschämt in eine Ecke und schaut mir bestürzt zu, wie ich mich die Hänge hinunterwürge. Einmal sind die Bretter zu lang, dann find ich sie wieder viel zu kurz. Zu schwer oder zu leicht. Sie tun nicht, was ich will. Und verhalten sich wie ein Kind in seiner schönsten Trotzphase. Wenn wir lange genug zusammen oder eben gegeneinander gekämpft haben, kapituliert einer von beiden. Meistens ich, indem ich unsanft im Schnee lande, alle Viere gen Himmel gestreckt. Nichts desto trotz lass ich mir diese Gipfelerlebnisse nicht nehmen. Die Ruhe beim Aufstieg. Das Knirschen des Schnees unter den Skiern. Die kleinen Atemwölklein, die bei jedem Schritt vor einem hertanzen. Hin und wieder ein „Ach, wie ist das schön.“ Einfach eins, mit dem was man tut, ist. Deshalb nehme ich die Kämpfe bei der Abfahrt auf mich.

Nur, ich hab auch keine Lust, immer, wie Bridget Jones bei ihren ersten Versuchen im Schnee, auszusehen. Continue reading

Das Killerargument

Es beginnt mit einer harmlosen SMS. „Hei, long time not speak. Was machst du? Lg. Xxx“. Ich muss ganz kurz überlegen. Weil, die Nummer hab ich nicht mehr. Es gibt Augenblicke in meinem Leben, da bin ich radikal mit Löschen von Daten. Was ich ein Jahr nicht gebraucht habe, wird rausgeschmissen. Ist wie mit den Kleidern. Ein Jahr nicht getragen, vermiss ichs auch im Jahr darauf nicht (meistens). Und sonst kann ich mir was Ähnliches kaufen. Gut, funktioniert mit den Menschen nicht ganz so. Aber, wenn sie irgendwann wieder wichtig werden sollten, ergibt sich das von alleine. So auch hier. Obwohl, auch über Wichtigkeit lässt sich hin und wieder streiten. Ich lese also diese Nachricht, den Namen. Und meine grauen Zellen setzen sich in Bewegung. Langsam, nebulös verschwommen, kommen da Erinnerungen auf. Das liegt Ewigkeiten zurück. Zum Namen gesellt sich ein Gesicht. Dann ein Körper, der Klang der Stimme. Alleine der Stimme wegen würd sich ein Auffrischen dieser Bekanntschaft lohnen. Kuno Lauener ist Pipifatz dagegen.  Continue reading

Alles Gruzz oder was?

Hin und wieder, ganz selten, krieg ich Mails. Nein, Mails krieg ich oft. Aber das was am Ende der Nachricht steht ist hin und wieder, ganz selten, ganz eigenartig. Oder empfinde ich es einfach so? Weil ich old-fashioned und so was von gestern bin? Ich bin nicht schlüssig. Frage mich aber doch, was besonders cool daran sein soll, wenn jemand anstelle von „Gruss“ ein „Gruzz“ zum Abschied setzt. Da fallen mir ähnliche hübsche Wörter ein, die ja wohl auch so umbenannt werden müssten. Ein Beispiel gefällig? Wie wär’s mit Fuss oder eben dann Fuzz. Aus Respekt vor der Menschheit und um sämtlichen Klagen wegen sexueller Belästigung vorzubeugen, bleib ich dann doch lieber bei meiner alten Ausdrucksweise und grüsse herzlich.